TET Polen + Elektrik Probleme

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diya_nir
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Registriert: Do 13. Jul 2023, 11:52

TET Polen + Elektrik Probleme

Beitrag von diya_nir »

Ich bekomme leider die Bilder nicht gedreht, aber das ist einmal meine reisefertige Tenere und Ausrüstung- Seitentaschen, Gepäckrolle, Lederkoffer, Tankrucksack und ein Rucksack mit Trinkblase für die tägliche Verpflegung
Ich bekomme leider die Bilder nicht gedreht, aber das ist einmal meine reisefertige Tenere und Ausrüstung- Seitentaschen, Gepäckrolle, Lederkoffer, Tankrucksack und ein Rucksack mit Trinkblase für die tägliche Verpflegung
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Hallo liebe Teneristen

Ich habe in diesem Monat meine erste kleine Enduroreise angefangen mit meiner XT600Z Tenere 1vj. ( Ein paar Bilder unter)

Ich bin im Juli von NRW nach Frankfurt Oder und da auf den Trans Euro Trail ab der Polnischen Grenze.
Das Ziel war Estland, beziehungsweise die Insel Muhu um dort Freunde zu besuchen und dann wieder nach Litauen und mit der Fähre zurück nach Deutschland.

Leider war nach meinen ersten 500km Offroad und 2/3 Strecke durch Polen Schluss mit der Elektronik. Die LiMa hat keinen Strom mehr an die Batterie geliefert.
Ich also die Maschine am Straßenrand mehrfach auseinandergebaut, alle Kabel und Steckverbindungen geprüft aber konnte den Fehler nicht finden.

Ich kann den TET Polen als einsteigerfreundliche Strecke sehr empfehlen. Es sind viele sandige Passagen durch Forstwälder mit dicken Spurrillen diverser Forstmaschinen die scheinbar ansonsten als einzige Fahrzeuge da fahren können. Das hat mir auf jeden Fall am meisten Spaß gemacht - aber hier eine klare Empfehlung für Stollenreifen und nichts kombiniertes für die Straße etc!
Dann viele Feldwege und noch alte gepflasterte Straßen (weniger zu empfehlen, weil sehr holprig). Selten sind kurze asphaltierte Passagen dabei.

Auf dem TET selber war ich Anfang Juli alleine unterwegs und habe keinen weiteren Motorradfahrer zu Gesicht bekommen - nur abseits vom Trail mal eine Gruppe Endurofahrerinnen die mir entgegen gekommen sind. Das Wetter war aber auch regnerisch bei 22-25 Grad.

Generell sind die Menschen in Polen sehr hilfsbereit und es haben immer wieder Leute angehalten, wenn ich alleine mit meinen Elektrikproblemen am Straßenrand stand, ob sie mir helfen können.
Des weiteren hat die App "Moto SOS" (Motorradfahrer helfen Motorradfahrern in der nähe) in keinem europäischen Land so viele Nutzer. Also eine Alleinreise kann ich nach Polen generell sehr empfehlen.

Vorbereitet war ich mit Campingequipment, diversen Ersatzteilen, Schrauben, Reifenhebern, Kettennieter und Boardwerkzeug.
Leider kein Multimeter, da ich nach einem kleinen wegrutscher bei 30kmh keinen Ladestrom mehr hatte und das Problem nicht finden konnte.
Nachdem nun die Batterie nahezu entladen war, ich kein Licht mehr hatte und meine Powerbank den Geist aufgegeben hat, musste ich mir etwas überlegen.

Also habe ich lokale Werkstätten aufgesucht. Leider spreche ich kein polnisch, könnte aber mit Hilfe eines polnischen Freundes in Deutschland und Händen und Füßen mein Problem schildern. Leider wurde mir aber immer nur gesagt, ich solle eine andere Werkstatt aufsuchen und hier kann mir nicht geholfen werden - nach Werkstatt Nummer 4 oder 5 habe ich aufgegeben. (In Polen gibt es etwas andere Handwerksdefinitionen und Unterschiede zwischen Mechanikern und Kfz-Elektriker habe ich dadurch gelernt, hat mir aber auch nicht helfen können).

Nachdem ich nun aber gefühlt jedes Kabel einmal in der Hand hatte ging der Ladestrom auf einmal wieder. Aber nur 40km. Ich war daher recht sicher, dass es ein Kabel sein muss was irgendwo Masse zieht oder ein Stecker Problem.. finden konnte ich es jedoch nicht.

Da die Maschine zudem recht fett eingestellt ist, um Überhitzung zu vermeiden habe ich manchmal etwas Probleme beim antreten. Besonders bei warmem Motor. Das heißt ich habe nach dem LiMa Ausfall ca 25 Stunden damit zugebracht an Straßenrändern zu versuchen mein Motorrad wieder anzukicken. Da ich dann auch noch warten musste, bis der Motor etwas kälter war und ich manchmal keine Kraft mehr hatte, habe ich so sehr viel Zeit damit verbringen müssen und mich dann auch zum umdrehen entschieden, da ich mehrfach dachte ich bekomme sie nun nicht mehr gestartet. Das Baltikum ist zudem wohl Recht streng, was Tagfahrlicht und generell Beleuchtung am Motorrad angeht + Strafen fallen teuer aus.

Zurück an der polnischen-deutschen Grenze hat sich das Umdrehen als gute Idee erwiesen. Direkt am Grenzübergang über die Oder ist der Motor ausgegangen.
Zum ersten Mal bei richtig heißen Temperaturen von 34 grad. Antreten war nicht. Bis jetzt habe ich sie immer anbekommen (aauch wenn es manchmal etwas dauert haha). Die ganze Zeit Fehlzündungen beim antreten, was mich etwas beruhigt hat weil ja noch ein Zündfunke da ist. Aber die polnischen Grenzbeamten fanden das nicht so lustig und haben mich freundlich nach ca. 10 Fehlzündungen mit Hand an der Waffe gebeten zu gehen. Ich habe also über die Grenze geschoben. Meine Theorie: Die Batterie war so tot, das der Seitenständerkontakt im neutral nicht das Signal bekommen hat, dass der Motor eben in neutral ist. Daher kein start, so als wenn im ersten Gang der Seitenständer ausgeklappt ist.

Hinter der Grenze haben mich aber zwei Radfahrer netterweise angeschoben und ich konnte weiter.
Ich besitze zwar einen Hauptständer um den Unterbrechungskontakt vom Seitenständer zu umgehen und trotzdem mit Kraft zu treten, aber das Federbein ist alt und sackt sehr weit ein und mit der zusätzlichen Beanspruchung könnte ich sie einfach nicht mehr aufbocken - auch ohne das Gepäck. Generell würde ich ein Prüfen des Fahrwerkes empfehlen. Meine Simmerringe von der Gabel sind jetzt ca 5-6 Jahre alt und das Öl auch und nach 300km Trail hat diese angefangen Luft zu verlieren.
Mit Luftpumpe habe ich im Gelände jede Stunde ca 1bar Druck erneut auf die Gabel gegeben.


Zum Glück hatte ich im Umland Frankfurt Oder Bekannte mit Ladegerät, wo ich im Garten Campen und die Batterie laden konnte für genug Reststrom um nach NRW zu fahren.
Generell wäre ich ohne Hilfe hier spätestens gescheitert. Aber sehr wahrscheinlich schon vorher in Polen.

Die letzte Etappe zurück war nochmal ärgerlich. 35 Grad und Stau. Ich bin dann auf den Seitenstreifen gefahren und wollte warten bis der Stau sich aufgelöst hat, weil ich Hitzeprobleme hatte und ständig neu starten mit dem E-Starter auch nur noch 2-4 mal möglich sein müsste und ich wollte noch Reststrom für Blinker und Bremslicht haben. Nach 4 Stunden war der Stau nicht weiter. Ich bin dann 5km Seitenstreifen an allen vorbei gefahren und die erste Abfahrt runter und dann Landstraße nach Hause und mit letztem Tageslicht angekommen und wieder entleerter Batterie. Nächstes Mal würde ich wahrscheinlich den Alu-Motorschutz abbauen um die Temperatur bei hohen Geschwindigkeiten im Griff behalten zu können.

Zu Hause habe ich das Problem finden können. Der Stecker von der LiMa zum Regler (der mit den weißen Kabeln) ist an einer Kontaktstelle (einziges rotes Kabel) durchgeschmort. Ärgerlich, weil so eine kleine Banalität so viel Stress verursacht hat, aber wenigstens muss ich keinen Deckel vom Motor abbauen um an die LiMa zu kommen.

So oder so werde ich diese Reise wahrscheinlich nochmal angehen und im Winter meinen Kabelbaum erneuern (habe hier eine tolle Anleitung im Forum finden können).

Generell freue ich mich über Fragen oder Anmerkungen und Tipps zum Fahrwerk, ob sich ein Wilbers Federbein oder doch eine Überholung des alten lohnen würde?

PS: Die Delle im Tank wird noch behoben, das wollte ich aber erst nach der Tour angehen!
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Kurze Passagen sind einspurige, an denen anscheinend nur TET Besucher lang kommen
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Der Übeltäter - erst zu Hause entdeckt
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Hitzeprobleme und Stau auf der a2
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So sah der Trail an den leichteren Passagen aus. Bei viel losem Sand oder großen Pfützen und Matsch habe ich mich nicht getraut anzuhalten, weil ich mich alleine nicht festfahren wollte.
So sah der Trail an den leichteren Passagen aus. Bei viel losem Sand oder großen Pfützen und Matsch habe ich mich nicht getraut anzuhalten, weil ich mich alleine nicht festfahren wollte.
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Yamaha Tenere XT 600 1vj '86
Suzuki Bandit GSF 1200 N '97

lowrider82
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Registriert: Di 16. Okt 2007, 11:17

Re: TET Polen + Elektrik Probleme

Beitrag von lowrider82 »

Schöner Ausflug, auch wenn der Fehler dich zum Abbruch zwang. Besser als gar nichts! Danke für die Erzählung und die Bilder!
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Maybach
Beiträge: 1104
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:24

Re: TET Polen + Elektrik Probleme

Beitrag von Maybach »

Servus aus Tirol, auchcwenn Schäden und Pannen immer lästig sind, so sind es doch die Erlebnisse, die im Kopf bleiben.
Dankecfprs Mitnehmen!

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